Der Herbst ist die Zeit, in der Gärtner ihre Gärten auf die Winterruhe vorbereiten. Eine der wichtigsten Aufgaben besteht darin, Obstbäume vor winterlichen Witterungseinflüssen zu schützen.
Das Tünchen von Baumstämmen ist eine Methode, um die empfindliche Rinde vor extremen Wetterbedingungen zu schützen.
In diesem Artikel besprechen wir, warum das Tünchen von Bäumen im Herbst so wichtig ist und wie man es richtig macht, damit die Bäume die schwierigen Wintermonate überstehen.


Warum ist das Tünchen von Obstbäumen notwendig?
Im Winter sind Obstbäume ungünstigen Witterungseinflüssen wie Frost, Temperaturschwankungen und intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt.
Baumrinde ist besonders empfindlich, da sie über keinen natürlichen Schutz gegen diese Bedrohungen verfügt.
Temperaturschwankungen – der Hauptfeind der Bäume
Eine der größten Bedrohungen für Obstbäume sind Temperaturschwankungen, die am Ende des Winters auftreten können.
Wenn die Natur wieder zum Leben erwacht, werden die Tage wärmer, aber die Nächte bleiben frostig.
Dieser plötzliche Temperaturunterschied führt bei Bäumen zu einem Thermoschock, der zur Bildung von Frostrissen und Frostplatten an den Stämmen führen kann.
Diese Schäden können die Bäume anfällig für Infektionen machen, die sogar zum Absterben der Bäume führen können.
Sonnenstrahlen – eine unsichtbare Bedrohung
Obwohl die Sonne im Winter nicht so stark heizt wie im Sommer, können ihre Strahlen für Bäume sehr schädlich sein.
Das vom Schnee reflektierte Licht erhitzt die Baumstämme stark, was in Kombination mit frostigen Nächten zu den bereits erwähnten Rindenschäden führt.
Bäume aufhellen – wirksamer Schutz vor dem Winter
Das Tünchen von Bäumen ist eine seit Generationen bekannte Methode. Unsere Vorfahren entdeckten, dass das Bemalen von Baumstämmen mit spezieller weißer Farbe das Sonnenlicht reflektiert, sodass sich die Stämme tagsüber nicht so stark aufheizen.
Diese einfache Lösung schützt Bäume vor Rissen und Schäden durch plötzliche Temperaturschwankungen.
Welche Bäume sollten weiß getüncht werden?
Besonders wichtig ist die Aufhellung bei Obstbäumen wie Aprikosen, Nektarinen, Pfirsichen, aber auch bei jungen Bäumen mit dünner Rinde, die anfälliger für Schäden sind.
Ältere Bäume mit dickerer Rinde sind den negativen Auswirkungen der winterlichen Witterung weniger ausgesetzt, aber dennoch schützenswert.
Wie kann man Bäume richtig aufhellen? Schritt für Schritt
Der Baumaufhellungsprozess ist einfach und erfordert keine komplizierten Werkzeuge. Bereiten Sie einfach die entsprechende Mischung vor und tragen Sie sie auf die Baumstämme auf.
Schritt 1: Zubereitung der Mischung
Die beliebteste Methode ist die Verwendung von gelöschtem Kalk, der mit Wasser vermischt wird, um eine dicke, weiße Paste zu erhalten.
Kalk reflektiert nicht nur das Sonnenlicht, sondern hat auch eine antiseptische Wirkung, die Bäume zusätzlich vor Infektionen schützt.
Rezept für die Aufhellungsmischung:
- 1 Teil gelöschte Limette
- 2 Teile Wasser
Mischen Sie die Zutaten, bis Sie eine einheitliche Konsistenz erhalten. Wenn die Mischung zu dünn ist, fügen Sie mehr Limette hinzu, um eine dickere Paste zu erhalten.
Schritt 2: Bleichmittel auftragen
Die Mischung wird mit einem Pinsel auf Baumstämme aufgetragen, wobei darauf zu achten ist, dass die gesamte Oberfläche der Rinde gleichmäßig bedeckt ist.
Es lohnt sich, die Mischung auch auf dickere Äste aufzutragen, insbesondere auf solche, die direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.
Schritt 3: Wann Bäume aufhellen?
Am besten ist es, Bäume von Oktober bis zum ersten Frost aufzuhellen, also in der Zeit, in der sich die Bäume auf die Winterruhe vorbereiten.
Experten empfehlen, den Bleichvorgang zu wiederholen, wenn im Winter starker Regen oder Schnee fällt, wodurch die Beschichtung weggespült werden kann.
Alternativen zu gelöschtem Kalk
Wenn Sie die Aufhellungsmischung nicht selbst herstellen möchten, können Sie auf im Handel erhältliche Fertigprodukte zurückgreifen.
In Gartenfachgeschäften finden Sie spezielle Schutzfarben für Bäume, die haltbarer sind und sich nicht so schnell abwaschen wie herkömmlicher Kalk.
Solche Farben müssen möglicherweise seltener nachbearbeitet werden, was Zeit und Mühe spart.
Mechanische Methoden des Baumschutzes
Neben der Aufhellung gibt es auch andere Methoden, die Obstbäume vor dem Winter schützen können. Eine davon ist der mechanische Baumschutz.
Dabei wird auf der Südseite des Baumes ein Material angebracht, das das Sonnenlicht reflektiert und den Stamm vor Erwärmung schützt.
Materialien, die Sie verwenden können:
- Breites Brett
- Karton um den Kofferraum gewickelt
- Stroh
Diese einfachen Lösungen können genauso wirksam sein wie Bleichen und sind gleichzeitig ökologischer.
Zusammenfassung: Schützen Sie Ihre Bäume für den Winter
Das Tünchen von Obstbäumen im Herbst ist eine bewährte Methode zum Schutz vor schwierigen Winterbedingungen.
Es schützt die Rinde vor Rissen durch Temperaturschwankungen und vor übermäßiger Erwärmung durch Sonneneinstrahlung.
Obwohl es sich um eine traditionelle Methode handelt, wird sie aufgrund ihrer Wirksamkeit immer noch häufig von Gärtnern eingesetzt.
Denken Sie daran, dass die richtige Vorbereitung der Bäume auf den Winter eine Investition in ihre Gesundheit und Fruchtbildung in den kommenden Jahren darstellt.
Dank einfacher Behandlungen wie Aufhellen überstehen Ihre Bäume den Winter in ausgezeichnetem Zustand und sind bereit für den Frühlingsanfang.